Investmentfonds: Ein Anlageprodukt, das sich auszahlt?

Im heutigen Artikel werden wir uns einmal eingehender mit Investmentfonds als Anlageklasse beschäftigen.


Kurz erklärt: Was sind Investmentfonds?

Investmentfonds, kurz Fonds, sind eine Möglichkeit zur Geldanlage. Dabei sammelt eine Investmentgesellschaft das Geld ihrer Anleger, bündelt es in einem Sondervermögen - dem Fonds - und investiert es in einem oder mehreren Anlagebereichen.

Jeder Fonds unterliegt seinen vorher festgelegten Anlageprinzipien. Das kann die Kapitalanlage in Aktien, Immobilien, Rohstoffe oder Anleihen sein. Oder auch in bestimmte Themenschwerpunkte wie zum Beispiel die Investition in globale Megatrends wie Digitalisierung. Investmentfonds unterliegen bei deren Geldverwendung strengen Auflagen, so ist beispielsweise die Risikomischung ein wesentlicher Aspekt. So darf der Fonds beispielsweise sein gesamtes Vermögen nicht einfach in nur eine Aktie investieren. Diversifikation ist das Stichwort. Dadurch wird das Kapital der Anleger breit gestreut und soll so auch das Anlagerisiko reduzieren. Durch die Diversifikation wird sicher gestellt, dass beispielsweise der Totalausfall einer Fondsposition nicht so stark ins Gewicht fällt, da diese nur einen geringen Anteil am Gesamtportfolio des Fonds ausmacht. Hinter einem Fonds stehen Fondsmanager, welche die Anlageentscheidungen für das Investmentvermögen treffen und das ihnen durch die Anleger zur Verfügung gestellt Kapital investieren. Hinter einem Fonds stehen also ein oder mehrere Menschen, die im Zuge ihrer Tätigkeit das Ziel haben, das Geld ihrer Anleger zu mehren.


Als Anleger, uns somit Miteigentümer von Investmentfondsanteilen, hat man einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung. Egal ob diese nun aus Dividendenzahlungen, Zins- oder Kursgewinnen ihrer einzelnen Anteilspapiere entstehen.


Das Problem mit den Kosten

Nun kann man sich bereits denken, dass Investmentgesellschaften nicht ausschließlich altruistische Zwecke verfolgen sondern auch ihren Teil vom Kuchen haben wollen. Dadurch entstehen den Anlegern auch Kosten, welche die Investmentgesellschaft von Ihren Anlegern erhebt.


In der Regel fallen folgende Kosten an:

  • Ausgabeaufschlag und Rücknahmeabschlag: Diese Kostenarten werden beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen verrechnet. Die Höhe hängt oft vom jeweiligen Fonds ab, können aber bis zu 5 % des eingesetzten Kapitals ausmachen. Kauft man also Fondsanteile im Wert von € 10.000, werden lediglich € 9.500 in Fondsanteile investiert. 5 %, also € 500 behält sich die Investmentgesellschaft für deren Leistung ein. Beim Rücknahmeabschlag verhält es sich ähnlich.

  • Verwaltungsgebühr: Ist eine Gebühr, die in der Regel jährlich erhoben wird und macht einen Prozentsatz des vom Anleger investierten Kapitals aus.

  • Depotbankgebühr: Auch für die Depotführung fallen Kosten an, welche von der Depotbank eingehoben werden.


Damit liegt auch schon der Nachteil von Fonds auf der Hand: Die Kosten schmälern die Gesamtrendite und somit auch die Vermögensbildung des Anlegers. Insbesondere bei der langfristigen Geldanlage machen sich die Kosten sehr stark in der Performance bemerkbar.


Böse Zungen könnten nun behaupten, dass bei der Kapitanlage in Fonds vorrangig einer gewinnt: Nämlich die Investmentgesellschaft.


Das Problem mit der Performance

Die Anlageklassen von Fonds bewegen sich oft in bestimmten Märkten. Märkte, die auch durch Indizes abgebildet werden. Nehmen wir als Beispiel für einen Index den ATX (Austrian Traded Index), den wichtigsten Aktienindex Österreichs. Im ATX wird die Kursentwicklung der 20 größten österreichischen Aktiengesellschaften angezeigt. Nun kann man den Erfolg eines Fonds auch damit vergleichen, wie er langfristig im Vergleich zum ATX performt. Die Historie zeigt: Den wenigsten Fonds gelingt es nach Abzug der Kosten langfristig besser zu performen als dem jeweiligen Referenzindex. Einer der Gründe hierfür ist, dass der Fonds strengen Vorgaben unterliegt und sich nicht so „frei“ bewegen kann, wie der jeweilige Index. Beispielsweise darf die Aktie eines Unternehmens im Fonds nicht zu stark übergewichtet sein. Der Fonds muss also den Anteil gut laufender Unternehmen reduzieren, um einer zu hohen Gewichtung eines einzelnen Werts entgegen zu wirken. Ein weiterer Grund ist, dass Fondsmanager keine Wahrsager sind und nur die wenigsten schaffen es tatsächlich, langfristig gesehen Entscheidungen zu treffen, die dem Markt outperformen.


Ein Fazit

Investmentfonds können ein guter Einstieg für Personen sein, die noch große Berührungsängste mit Aktien oder Anleihen haben. Die Tatsache, dass hinter jedem Fonds ein Mensch (Fondsmanager) die Entscheidungen trifft, kann psychologisch ein Vorteil sein. Man darf allerdings nicht vergessen, dass dieser Mensch auch ein Gehalt bezieht und auch die Investmentgesellschaft Geld verdienen möchte. Diese Tatsachen gehen zu Lasten der Performance. Langfristig gibt es Anlageformen, die ein höheres Renditepotenzial bei ähnlichem Risiko versprechen. Ich persönlich habe meine ersten Schritte ebenfalls mit Fonds gemacht, mich aber aufgrund der hohen Kosten recht rasch anders orientiert.

Beispielhaft seien hierfür ETF (Exchange Traded Funds) genannt, die wir auf unserer Finanzreise noch kennen lernen werden.


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