Warum das Sparbuch deinem Vermögensaufbau schadet

Angenommen, dir steht ein Kapital von € 10.000 zur Verfügung und du benötigst dieses Kapital für die nächsten zehn Jahre nicht. Dir bietet jemand an, dieses Geld für die Laufzeit von 10 Jahren zu verwalten und sichert dir einen Zinssatz von 0,01 % zu. Nach Ablauf der zehn Jahre erhältst du trotz des Zinssatzes nur in etwa € 8.320 Euro deines ursprünglichen Kapitaleinsatzes zurück.

Würdest du dieses Angebot annehmen? Vermutlich nicht, oder?


Tatsächlich ist das in Österreich gängige Praxis. Diese Praxis nennt sich Sparbuch und wird in Österreich gemäß einer Umfrage von 65 % der befragten Personen als primäre Anlageform genutzt.


Das ist unfassbar. Das Geld liegt auf Sparbüchern herum, die so gut wie keine Zinsen abwerfen und die Inflation erledigt ihr übriges. Die Teuerung macht vor niemandem Halt und schadet unserer Kaufkraft. Hätte man diese € 10.000 zum 1. Jänner 2010 auf ein Sparbuch gepackt, hätte sich die Kaufkraft des Kapitals zum 31. Dezember 2020 inflationsbereinigt auf € 8.320 reduziert - etwaige Kontoführungen für das Sparkonto sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.


Es gibt lediglich eine Sache, die heutzutage für ein Sparbuch oder Sparkonto spricht: Das Geld ist jederzeit sofort verfügbar. Wird der Betrag also während der Veranlagung benötigt, hat man sofort darauf Zugriff.

Aber mal ehrlich: Wenn man nicht absolut sicher ist, dass man das Kapital zum Zeitpunkt X benötigen wird, da eine größere Anschaffung geplant ist, ist es doch absurd dermaßen hohe Beträge auf einem Sparbuch zu parken.


Sich einen Notgroschen auf die Seite zu legen, um auch unvorhersehbaren finanziellen Belastungen nachkommen zu können (kaputte Waschmaschine, Reparatur am Auto) macht durchaus Sinn, aber auch die Höhe des Notgroschens sollte im Rahmen sein. Eine Faustregel besagt, dass man 2 bis 3 Nettomonatsgehälter als Notgroschen zur Verfügung haben sollte. Alles darüber hinausgehende ist schlichtweg nicht notwendig.


Es gibt definitiv ertragreichere Methoden, die man sich zunutze machen kann, um sein hart erarbeitetes Geld für sich arbeiten zu lassen, sodass es sich nach und nach mehrt und nicht von der Inflation einfach aufgefressen wird.

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