Warum Konsum nicht glücklich macht

Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Jeden Tag wird uns in Form von Werbung gezeigt, was wir alles nicht haben und definitiv noch brauchen, um ein glückliches Leben führen zu können. Egal ob wir auf den Bus warten, Fernsehen oder uns im Internet aufhalten: Werbung ist ein treuer, aber auch gefährlicher Begleiter. Sie weckt Bedürfnisse. Bedürfnisse, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie haben.


Das Hamsterrad, indem sich viele befinden

Wer kennt ihn nicht: Den Moment, an dem wir am Monatsende für unsere harte Arbeit mit einer Überweisung durch unseren Arbeitgeber belohnt werden. Die Welt steht uns wieder offen. Die Wunschliste auf Amazon hat im Laufe der letzten Wochen ein schier endloses Ausmaß angenommen, ein Freund hat dir sein neues Mobiltelefon vorgeführt, das viel besser ist als das eigene und der Drang, sich mal wieder etwas zu gönnen muss endlich gestillt werden. Die Zeit ist gekommen, um den eigenen Status wieder zu demonstrieren. Um sein gesellschaftliches Ansehen zu erhöhen - dem Druck nachzugeben. Also ab ins nächste Einkaufszentrum.


Kennst du das? Dann bist du hier richtig.


Ich kannte dieses Gefühl. Ich war so einer. Ein Profi darin, all sein Einkommen minutiös bis zum Monatsende zu verbrauchen, um im Folgemonat wieder von vorne zu starten. Gefangen in einem Hamsterrad, das ich mir selbst gebaut habe, ohne es zu merken.


Warum dieses Verhalten auf Dauer nicht glücklich macht

Die Aussage stimmt nicht ganz. Kurzfristig kann man sich sehr wohl glücklich kaufen. Unser Konsumverhalten aktiviert das Belohnungszentrum in unserem Hirn. Du hattest einen schlechten Tag? Kein Problem! Ein neuer Pullover lässt die Sorgen vergessen. Am Ende des Tages ist dieser stetig zunehmende Kaufrausch nichts anders als ein Symptom von Unglück. Und haben wir uns erstmal belohnt, lässt der Drang nach. Für kurze Zeit. Dann kommt er wieder. Immer öfter und immer schneller, bis uns auch die Käufe nicht mehr glücklich machen - wir sind nichts anderes als Drogensüchtige, die einem Bedürfnis nachkommen müssen.


Lange Zeit habe ich genauso getickt, wie oben beschrieben. Mir war mein Verhalten noch nicht einmal bewusst. Ich merkte nur, dass der Effekt meiner Käufe immer geringer wurde. Bis er schließlich fast bis zur Gänze verpuffte und übrig blieb eine Leere, die auch der tollste Kauf nicht mehr kompensieren konnte.


Aber was macht uns eigentlich glücklich?

Nicht die materiellen Dinge, die wir besitzen, machen uns glücklich, sondern die Erfahrungen, die wir machen. Materielle Dinge sind vergänglich und die Glücksgefühle, die von ihnen ausgelöst werden, haben nur eine sehr kurze Halbwertszeit. Ganz anders verhält es sich mit Erfahrungen, die wir machen. Sie bleiben uns ein Leben lang und auch Jahre später, wenn wir an sie zurückdenken, zaubern sie uns ein Lächeln ins Gesicht.


Ein wunderbarer Nebeneffekt, wenn man den Kreislauf durchbricht

Sein Verhalten kritisch zu hinterfragen ist der Schlüssel zum Erfolg. Sich eine einzelne Frage zu verinnerlichen, kann Wunder bewirken und das eigene Konsumverhalten grundlegend ändern. Wann immer man kurz vor seinem nächsten Kauf steht, sollte man sich zunächst nochmals zügeln und sich selbst die Frage stellen: "Macht dieser Gegenstand mein Leben besser?"

Es ist überraschend, wie oft man diese Frage mit "Nein" beantworten kann und den Gegenstand doch zurück ins Regal stellt anstelle ihn in den Einkaufswaren zu legen.


Und es ist ein großartiger Nebeneffekt, der sich genau aus diesem Verhalten ergeben wird: Das Geld bleibt in der eigenen Tasche und man kann damit beginnen, sich darüber Gedanken zu machen, ob man sein Geld nicht besser für sich arbeiten lässt.


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