Wie spart man Geld?

Eine Frage, die sehr einfach zu beantworten ist: Man schafft es, eine positive Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben zu bringen. So leicht das in der Theorie klingt, so schwer ist dieses Prinzip für viele in der Praxis umzusetzen. Wie kann es gelingen, die einfache Theorie in eine einfache, nachhaltige Praxis überzuleiten?

Nur wer einen Überblick hat, kann die Dinge in seinem Sinne beeinflussen

Wer sich nicht mit seinen Einnahmen und Ausgaben befasst, verhält sich wie ein Schiff ohne Segel auf rauer See. Nur diejenigen, die ihre Finanzen unter Kontrolle haben, werden ihre mittel- bis langfristigen Sparziele erreichen. Ein Haushaltsbuch kann helfen.


  1. Zunächst verschafft man sich einen Überblick über einen zu definierenden Zeitraum in der Vergangenheit und stellt Einnahmen und Ausgaben gegenüber. Es ist empfehlenswert, zumindest 3 Monate als Zeitraum zu definieren.

  2. Anschließend folgt der Kassasturz: Eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben gibt einen ersten Hinweis über die aktuelle Situation. Bleibt am Ende Geld übrig, ist man schon auf einem guten Weg. Diese Summe steht bereits jetzt, ohne etwas getan zu haben, als Sparleistung zur Verfügung.

  3. Nun unterteilt man die Kosten in fixe und variable Kosten. Die Unterteilung ist nicht immer ganz so einfach beziehungsweise gibt es dafür relativ viele unterschiedliche Ansätze. Ich empfehle folgenden Ansatz: Fixe Kosten sind Kosten, die konstant sind und in der Regel auch dann anfallen, wenn die Leistung, die hinter der Bezahlung steht, nicht in Anspruch genommen wird. Beispielhaft hierfür wären: Miete, Versicherungen, Abos, Handyvertrag, usw.. Variable Kosten fallen nur an, wenn tatsächlich eine Leistung / Konsum dahinter steht: Nahrungsmittel, Restaurantbesuche, Drogerieartikel, Bücher, Lifestyle-Produkte.

  4. Setze den Rotstift bei den Fixkosten an. Welche fixen Kosten kannst du reduzieren oder gar zur Gänze einsparen? Eine Versicherung, die du nicht mehr brauchst? Das Sparprodukt, das dir deine Bank vor Jahren nahegelegt hat? Ein Abo, das zwar nett ist, aber dir in Wahrheit nicht wirklich einen Mehrwert schafft? Hinterfrage alles. Von Wohnsituation bis hin zum Handyvertrag. Einmal kritisch betrachtet, kann das zu einem ganz gewaltigen Einsparungspotenzial führen.

  5. Nun kommen wir zu den variablen Kosten. Führe dir selbst vor Augen, wofür du Geld ausgibst und welche Kosten unter Umständen auch in diesem Block eingespart werden könnten. Du gehst zweimal pro Woche in ein Restaurant? Vielleicht reicht auch einmal. Lege dir ein Haushaltsbuch an und dokumentieren wöchentlich deine Ausgaben, die dem variablen Kostenblock zugeordnet werden können. Hinterfrage bei der Dokumentation stets die jeweilige Ausgabe.


Erhöhe deine Sparquote

Die bisherigen Maßnahmen haben vermutlich schon ein wenig Kapital freigesetzt, das zukünftig für eine höhere Sparleistung eingesetzt werden kann. Aber wie viel sollte man sparen?

Zugegebenermaßen ist auch diese Frage nicht sonderlich einfach zu beantworten, da es natürlich einen Unterschied macht, ob man € 4.000 pro Monat zur Verfügung hat oder € 2.000.

Die 50-30-20 Regel als mögliche Richtung.

  • Maximal 50 % des Einkommens sollten genutzt werden, um fixe Kosten decken zu können.

  • Maximal 30 % des Einkommens stehen für variable Kosten zur Verfügung.

  • 20 % des Einkommens sollten für die Vermögensbildung genutzt werden.


Wie schon gesagt, hängt das allerdings auch von der Einkommenssituation ab. Bei € 4.000 sollte durchaus eine noch höhere Sparquote möglich sein.


Drei Dinge, die dabei helfen, die Sparquote weiter nach oben zu treiben:

  1. Erhöhe dein Einkommen. Leicht gesagt, aber ja, tatsächlich ist das Einsparungspotenzial nach unten hin gedeckelt. Die Einnahmenseite jedoch kennt nach oben hin keine Grenzen. Empfehle dich in der Arbeit durch gute Leistungen für eine Gehaltserhöhung. Suche dir einen Nebenjob. Erschließe andere Einkommensquellen.

  2. Hinterfrage jede Ausgabe: „Macht diese Ausgabe bzw. dieser Kauf mein Leben besser?

  3. Vermeide eine zu hohe Lifestyle Inflation. Durch eine Erhöhung der Einkommensströme ergeben sich tolle Möglichkeiten. Die denkbar schlechteste ist es, jede Erhöhung in eine Erhöhung der Ausgaben umzuwandeln. Sehr viele Menschen tendieren genau dazu. Überlege dir, ob die Erhöhung tatsächlich genutzt werden muss, um auch deine Ausgaben zu erhöhen. Gehe einen Kompromiss mit dir selbst ein: Erhöhe deine Sparleistung ganz einfach, in dem du immer 50 % jeder Einkommenserhöhung dazu nutzt.


Automatisiere deine Sparleistung

Auf das Ende des Monats zu warten und anschließend das übrig gebliebene Geld als Ersparnis auf die Seite zu legen ist ein Weg, der für einige vielleicht funktionieren kann. Allerdings ist das ein relativ unsicherer Weg. Es ist empfehlenswert seine Ersparnisse zu automatisieren und den definierten Betrag automatisch am Anfang des Monats zu separieren. Egal ob das nun ein Sparkonto (auch davon rate ich ab, aber dazu später mehr) oder das Cashkonto eines Wertpapierdepots ist.


Höre auf damit, dich in die Schuldenfalle zu begeben

Der nächste Urlaub soll gebucht werden und du hast das Geld dafür noch nicht auf der hohen Kante? Die Waschmaschine gibt den Geist auf und es muss sofort eine neue her? Heutzutage stellen diese Herausforderungen allerdings überhaupt kein Problem mehr dar. Ein Konsumkredit ist mittlerweile innerhalb von 5 Minuten abgeschlossen und das Geld nach weiteren 5 Minuten auf dem Konto. Wer schnell klickt, hat das wahrscheinlich auch schon schneller hinbekommen. Bei Konsumkrediten verhält es sich wie mit dem Überziehungsahmen am Konto: Wir leihen uns Geld und bezahlen dieses zuzüglich Zinsen an den Kreditgeber zurück. Bei Teilzahlungsverträgen verhält es sich oft genau so. Die neue Waschmaschine kostet uns also nicht bloß 700 Euro, wie auf dem Prospekt angeführt sondern wir bezahlen auch noch Zinsen oben drauf. Je länger die Laufzeit, desto höher die Zinslast.

War das deine bisherige Herangehensweise, stoppe sie. Durch diese Praxis verdient nur einer: Der Kreditgeber.


Sind diese Schritte gegangen, herzlichen Glückwunsch. Als nächstes kann man sich Gedanken darüber machen, wie man sein Erspartes nutzt, um es zu mehren. Ein Bausparvertrag? Für schlechte Zeiten auf ein Sparkonto legen? Oder sich in die Welt des verpönten Aktienmarktes begeben? Es müssen noch viele Entscheidungen getroffen werden.


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